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Leserbrief
zum Artikel „Namensgeber mit
weißer Weste gesucht“ In
Ihrem Artikel „Namensgeber mit weißer Weste gesucht“ wurde eine
Stellungnahme zitiert, dass sich die aus Unna stammende Kunstfliegerin
Thea Rasche als Namensgeberin schon deshalb erübrigt habe, weil sie
Mitglied der NSDAP gewesen sei. Wenn
man schon die Geschichte bemüht, sollte man sich jedoch genauer
informieren. Zutreffend ist
zwar, dass Thea Rasche nach ihrer Rückkehr aus den USA Mitglied der NSDAP
wurde. Diese Tatsache sollte aber objektiver eingeordnet und bewertet
werden. Nicht großdeutsche Machtansprüche, krude Ideen und verbrecherische
Ziele der Nazis waren Thea Rasches Traum, sondern die Begeisterung für das
Fliegen und weltumspannende Wettbewerbe für den Frieden. Das waren neben
ihren persönlichen Leistungen die Gründe, weshalb sie von mehreren
amerikanischen Präsidenten (Coolidge, Hoover, Roosevelt) empfangen und in
den USA gefeiert wurde. Gerne wäre sie dort geblieben, musste aber aus
finanziellen Gründen nach Deutschland zurückkehren. Dort
trat sie zwar – wie viele andere – die eine anspruchsvolle Arbeit haben
wollten, der NSDAP und später auch dem NS-Fliegerkorps bei. Ihre Flugbücher kamen jedoch –
wie die WELT am 11. August 1999 schreibt - auf die schwarze Liste.
Offizielle Begründung: Ihre Werke zollten den ausländischen Fliegern zu
viel Anerkennung.“
Der Spiegel berichtete in
seiner Ausgabe 22 des Jahres 1947 über Thea Rasche: „…die
deutsche Fliegerin, wurde in Berlin entnazifiziert. 1933 gab sie ihre
Tätigkeit als Fliegerin auf und wurde Hauptschriftleiterin der "deutschen
Flugillustrierten". Nach dem Standpunkt der Entnazifizierungskammer soll
sie nur als nominelles Mitglied der NSDAP betrachtet werden, da sie sich
von den Zielen der Partei abgesetzt habe und dies in ihrem Handeln zum
Ausdruck brachte. Die
Historikerin Evelyn Zegenhagen schreibt u. a. über Thea Rasche, dass sie
bei der Entnazifizierung angegeben habe, dass die Anmeldung in der NSDAP
ohne ihr Wissen von ihrem Flugsportverein vollzogen worden sei. Als
Chefredakteurin der Deutschen
Flugillustrierten habe sie unverkennbar versucht, den bisherigen
Frauen-Schwerpunkt beizubehalten, was angesichts der zunehmenden
Gleichschaltung der deutschen Presse „keine unbeträchtliche Leistung“
gewesen sei. Bedenkenträgern, der Name Thea
Rasche sei für einen Platz in ihrer Geburtsstadt Unna ungeeignet, kann
noch gesagt werden,
dass es in Berlin Gatow seit dem 28. August 2000 eine Thea-Rasche-Zeile
gibt. Die Straße liegt zwischen Seekorso und am Donnerberg und hat die PLZ 14089.
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| Hellweger Anzeiger, 22. 02. 2010 | ||
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